Tattoo Aftercare: So pflegst du dein neues Tattoo richtig

Ein frisches Tattoo ist zunächst eine Wunde und braucht Zeit, um vollständig zu heilen. Mit der richtigen Pflege unterstützt du deine Haut bei der Heilung und hilfst dabei, dass dein Tattoo langfristig schön aussieht.

In den ersten zwei Wochen solltest du besonders sorgfältig mit deinem Tattoo umgehen. Die obere Hautschicht braucht in der Regel etwa zwei Wochen, um sich zu erneuern. Die vollständige Heilung der Haut kann jedoch etwa drei bis sechs Wochen dauern. Auch danach kann sich das Tattoo noch etwas verändern, da die tieferen Hautschichten länger brauchen, um vollständig abzuheilen.

Second Skin: Was muss ich beachten?

Wenn dein Tattoo mit einer Second Skin Folie abgedeckt wurde, lass sie so lange auf der Haut, wie dein Tattoo Artist es dir empfohlen hat. In der Regel bleibt die Folie bis zu 24 Stunden auf dem Tattoo. Wenn sich sehr viel Wundflüssigkeit oder Blut unter der Folie sammelt oder sich die Folie an einer Stelle löst, kann es sinnvoll sein, sie früher zu entfernen.

Zieh die Folie langsam und vorsichtig ab. Am einfachsten geht das unter lauwarmem, fließendem Wasser. Danach wäschst du dein Tattoo vorsichtig und trocknest es mit einem sauberen Papiertuch ab. Lass die Haut anschließend noch etwa 10 bis 30 Minuten an der Luft trocknen. Danach kannst du eine dünne Schicht Tattoo-Creme auftragen.

Nach dem Entfernen der Second Skin solltest du dein Tattoo nicht wieder mit Frischhaltefolie oder einer anderen luftundurchlässigen Folie abdecken. Die Haut braucht Luft und sollte nicht dauerhaft feucht gehalten werden.

Tattoo Pflege in den ersten zwei Wochen

In den ersten zwei Wochen solltest du dein Tattoo mindestens zweimal täglich reinigen. Wenn du stark geschwitzt hast oder das Tattoo schmutzig geworden ist, kannst du es zusätzlich vorsichtig reinigen.

Wasche dir zuerst gründlich die Hände. Reinige das Tattoo anschließend mit lauwarmem Wasser oder einer milden, pH-neutralen und parfümfreien Seife. Verwende dabei keinen Waschlappen oder Schwamm. Reibe nicht über die Haut.

Trockne das Tattoo vorsichtig mit einem sauberen Papiertuch ab. Tupfe die Haut nur leicht trocken und lass sie danach noch einige Minuten an der Luft trocknen.

Anschließend kannst du eine dünne Schicht Tattoo-Creme auftragen. Je nach Hauttyp und Zustand der Haut kannst du dein Tattoo etwa drei bis fünf Mal am Tag dünn eincremen. Die Haut sollte dabei nicht dauerhaft glänzend oder fettig sein. Zu viel Creme kann die Haut unnötig aufweichen und die Heilung beeinträchtigen.

Verwende keine Vaseline, kein Kokosöl und keine stark parfümierten oder reizenden Produkte auf dem frischen Tattoo. Wenn dein Tattoo Artist dir eine bestimmte Pflege empfohlen hat, orientiere dich an dieser Empfehlung.

Wie lange dauert die Tattoo-Heilung?

Die Heilung eines Tattoos verläuft in mehreren Phasen. Die Haut sieht dabei nicht jeden Tag gleich aus. Das ist normal.

Tag 1–3: Die Wundphase

Direkt nach dem Stechen kann die Haut gerötet, warm und leicht geschwollen sein. Das Tattoo kann empfindlich sein und etwas Wundflüssigkeit, Blut oder überschüssige Farbe absondern. Bei größeren oder sehr dicht gestochenen Tattoos kann die Schwellung stärker ausfallen.

Halte die Haut in dieser Phase sauber und creme sie dünn ein. Vermeide unnötige Reibung und gib deinem Körper etwas Ruhe.

Tag 4–14: Schuppen und Juckreiz

Nach einigen Tagen beginnt die Haut häufig zu trocknen und sich zu schuppen. Das Tattoo kann sich gespannt anfühlen und anfangen zu jucken. Kleine Hautschüppchen können dabei etwas Farbe enthalten. Das bedeutet nicht, dass die Farbe aus dem Tattoo verschwindet. Das Pigment liegt tiefer in der Haut.

Auch stärkerer Juckreiz ist in dieser Phase normal. Wichtig ist, dass du nicht kratzt und keine Hautschüppchen oder Krusten abziehst. Lass die Haut von selbst abheilen.

Bei manchen Tattoos können sich etwas dickere Krusten bilden. Das kann besonders bei stark pigmentierten oder sehr dicht gestochenen Bereichen vorkommen. Auch diese solltest du nicht entfernen.

Woche 2–4: Die Silberhaut

Nach der ersten Schuppungsphase kann dein Tattoo plötzlich matt, milchig oder etwas verschwommen aussehen. Die Farben wirken manchmal blasser als direkt nach dem Stechen.

Das wird oft als „Silberhaut“ bezeichnet und ist normalerweise Teil des Heilungsprozesses. Eine neue, sehr dünne Hautschicht liegt über dem Tattoo und lässt die Farben vorübergehend weniger klar erscheinen. Sobald sich die Haut weiter erneuert, wird das Tattoo wieder deutlicher.

Wenn deine Haut nicht mehr trocken oder gespannt ist, kannst du die Häufigkeit des Eincremens langsam auf ein bis zwei Mal täglich reduzieren. Sonne, Schwimmbad, Sauna und lange Bäder solltest du weiterhin vermeiden, bis die Haut vollständig verheilt ist.

Woche 4–6: Die Haut heilt weiter

Nach etwa vier bis sechs Wochen ist die Oberfläche vieler Tattoos vollständig abgeheilt. Die Haut fühlt sich wieder glatt an und das Tattoo sieht klarer aus.

Trotzdem kann die Heilung der tieferen Hautschichten länger dauern. Dein Tattoo kann sich deshalb auch nach mehreren Wochen noch leicht verändern.

Auch nach der Heilung lohnt es sich, deine Haut regelmäßig mit Feuchtigkeit zu versorgen und dein Tattoo vor intensiver UV-Strahlung zu schützen.

Was ist während der Heilung normal und was nicht?

In den ersten Tagen sind leichte Rötungen, Wärme, Schwellungen und Empfindlichkeit normal. Auch etwas Wundflüssigkeit, trockene Haut, Juckreiz, Hautschüppchen und kleinere Krusten können während der Heilung auftreten.

Wichtig ist, dass sich die Beschwerden im Laufe der Zeit langsam verbessern. Wenn Rötung oder Schwellung deutlich zunehmen, die Schmerzen stärker werden oder du eine ungewöhnliche Reaktion bemerkst, solltest du die Stelle ärztlich abklären lassen.

Darf ich nach dem Tätowieren Alkohol trinken, rauchen oder Schmerzmittel nehmen?

In den ersten zwei bis drei Tagen solltest du möglichst auf Alkohol verzichten. Alkohol kann die Blutungsneigung erhöhen und ist während der ersten Heilungsphase nicht ideal für deinen Körper.

Auch Nikotin kann die Wundheilung beeinträchtigen, da es die Durchblutung der Haut beeinflussen kann. Wenn möglich, solltest du in den ersten Tagen möglichst wenig rauchen.

Bei Schmerzmitteln ist vor allem wichtig, welche du einnimmst. Medikamente wie Aspirin oder andere Präparate mit Acetylsalicylsäure können die Blutungsneigung erhöhen. Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst oder ein Schmerzmittel brauchst, frag im Zweifel vorher deinen Arzt oder deine Ärztin. Medikamente, die dir verschrieben wurden, solltest du niemals eigenständig absetzen oder die Dosierung verändern.

Darf ich mit einem frischen Tattoo duschen?

Ja, eine kurze Dusche ist normalerweise kein Problem. Verwende lauwarmes Wasser und vermeide sehr heißes oder langes Duschen. Halte das Tattoo nicht unnötig lange unter einen starken Wasserstrahl.

Parfümierte Duschgele und andere reizende Produkte sollten nicht direkt auf das frische Tattoo gelangen.

Darf ich mit einem frischen Tattoo baden oder schwimmen?

Auf Baden und Schwimmen solltest du während der Heilung verzichten. Das gilt für Badewannen, Schwimmbäder, Seen, das Meer, Whirlpools und ähnliche Orte.

Auch die Sauna solltest du in dieser Zeit vermeiden. Warte, bis dein Tattoo vollständig abgeheilt ist. Je nach Tattoo und Haut kann das etwa drei bis sechs Wochen dauern.

Wann darf ich mit einem frischen Tattoo wieder Sport machen?

In den ersten ein bis drei Tagen solltest du deinem Körper möglichst Ruhe gönnen. Danach kannst du je nach Tattoo und Körperstelle langsam wieder mit Sport beginnen.

Vermeide dabei starken Schweiß, Reibung und Druck auf das Tattoo. Bei einem Tattoo an Stellen, die beim Training stark bewegt oder durch Kleidung und Geräte gereizt werden, solltest du länger warten.

Achte außerdem darauf, dass dein Tattoo während des Trainings nicht mit schmutzigen Oberflächen oder Geräten in Kontakt kommt.

Was sollte ich beim Schlafen und bei Kleidung beachten?

Trage in den ersten Tagen möglichst saubere und lockere Kleidung, die nicht ständig am Tattoo reibt. Auch Bettwäsche und Handtücher sollten sauber sein.

Wenn dein Tattoo noch etwas Flüssigkeit absondert, kann es sinnvoll sein, die Bettwäsche häufiger zu wechseln. Wichtig ist vor allem, dass das Tattoo nicht dauerhaft an schmutzigen oder stark reibenden Materialien liegt.

Darf mein Tattoo in die Sonne?

Während der Heilung solltest du direkte Sonne auf deinem Tattoo vermeiden. Wenn möglich, bedecke die Stelle mit sauberer, lockerer Kleidung und vermeide unnötige UV-Strahlung.

Auch nach der Heilung solltest du dein Tattoo vor intensiver Sonne schützen. UV-Strahlung kann Farben mit der Zeit verblassen lassen und belastet die Haut.

Was kann ich gegen den Juckreiz tun?

Juckreiz gehört bei vielen Tattoos zum normalen Heilungsprozess. Auch wenn es schwerfällt: Kratze nicht und ziehe keine Hautschüppchen oder Krusten ab.

Wenn die Haut sehr trocken ist, kann eine dünne Schicht Tattoo-Creme helfen. Wichtig ist, nicht zu viel Creme aufzutragen und der Haut ausreichend Zeit zum Heilen zu geben.

Wann solltest du dich bei uns melden?

Wenn du unsicher bist, ob dein Tattoo normal heilt, kannst du dich jederzeit bei uns melden. Besonders wenn Rötung, Schwellung oder Schmerzen nach den ersten Tagen deutlich zunehmen oder etwas ungewöhnlich aussieht, solltest du nicht einfach abwarten.

Bei starken oder ungewöhnlichen Beschwerden solltest du zusätzlich ärztlichen Rat einholen.

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